Ein weiteres Beispiel in Ergänzung zu diesem fantastischen Fundstück ist dieses Meisterwerk. Ich weiß wirklich nicht, was die Kollegen dort reitet: Ist dieser Mumpitz eine Auftragsarbeit, wurde also von einer echten Werbeagentur verbrochen? Oder macht das Hauptwachtmeister Schuster abends am privaten PC mit Word? Oder gibt´s dafür am End´ eine eigene Abteilung bei der Polizei, die so etwas bastelt? Jede der drei Möglichkeiten ist auf ihre Weise schlimm. Das fängt an mit der Schrift: Comic Sans ist der absolute Feind, da gibt es keinerlei Diskussionen. Schon, wer diese Unschrift einsetzt, outet sich als unwürdig, das Wort “Schrift” überhaupt in den Mund zu nehmen. Das Allerbeste, was jemals über Comic Sans geschrieben wurde, ist das hier: Dann der Text. “Junges Leben – rasend schnell vorbei! Warum? Drogen – Alkohol – Raserei – Unvernunft sind eine Tödliche Mischung – Mann o Mann, denk dran, denn Leben – Du willst es doch auch!” Wo soll man hier anfangen? Die Ansprache scheitert bereits bei den ersten beiden Worten, “junges Leben”. Was oder wer soll das sein? Wer will sich schon so ansprechen lassen? “Junges Leben” ist der König von “Junger Mann, machen ´se mal Platz” – das geht gar nicht. Die sowieso schon aufgestellten Nackenhaare fallen einem dann bei “Leben – du willst es doch auch!” gänzlich aus. Mehr aufgesetzten, arroganten Pathos kann man seinen Mitmenschen wohl kaum um die Ohren hauen. Dazwischen tobt dann noch das Metaebenen-Massaker: Das WARUM? D.A.R.U.M-Wortspiel fliegt dem Autor schon nach dem “U” so dermaßen um die Ohren, dass er sich in das inhaltlich (immerhin ist hier eine Frau zu sehen) und orthografisch falsche “Mann o Mann” retten muss. Wie wäre es denn mit “M” wie “Mutprobe” oder “Minderwertigkeitskomplex” oder “Mitmachzwang” gewesen? Nur mal so ein paar von vielen, vielen Möglichkeiten, diese Geschichte rund zu machen. Aber nein… Man kann die Verantwortlichen bei der Polizei nur einmal mehr eindringlich bitten: LASSEN SIE SICH VON JEMANDEM BERATEN, DER SICH DAMIT AUSKENNT! Die Themen, die hier in einem unerträglichen Dilettantismus ohne Rücksicht auf Verluste kommuniziert werden, sind viel zu wichtig. Viele von uns haben Kinder, von denen wir uns wünschen, dass sie solche Plakate ernst nehmen. Das ist aber bei dieser Fehl-Kommunikation absolut unmöglich. Überlegen Sie sich bitte mal folgendes: Warum werde ich wohl nicht als Polizist auf die Straßen Deutschlands geschickt, um Diebe und Mörder zu stellen? Weil ich es nicht kann! Warum habe ich zum Beispiel keine Verantwortung für ein Atomkraftwerk? Weil ich von Atomkraftwerken nicht den blassesten Schimmer habe! Sie können nicht werben – also lassen Sie es sein!
Hä? Wie bitte? Da sind mittelalterliche Elfenbeinarbeiten im Dialog? Mit wem? Und worüber? Marodieren seit neuestem kunstvoll geschnitzte Elfenbeinfigürchen durch München und pöbeln harmlose Passanten von der Seite an?
Im Ernst: Das ist ein wunderbares Beispiel für eine Broschüre von Leuten, die SO TIEF in ihrer eigenen Materie drinstecken, dass sie nicht mehr klar sehen – zum Beispiel, wie abstrus diese Überschrift sich für Aussenstehende liest.
Sicher macht das alles irgendwie Sinn, wenn man die ganze Broschüre gelesen hat. Nur so kommuniziert die Broschüre leider komplett von hinten nach vorne.Hat schon was von “Angstfrei Batiken” oder “Kunstvoll Furzen im Wandel der Zeit”.
Ich war heute abend mit lieben Ex-Fast-Kollegen in München aus, deshalb erst jetzt diesen Nachschlag: Da waren wohl anscheinend neben dem Autor dieser und jener Zeilen EINIGE Leute mehr ziemlich angepisst vom OTTO Versand und seiner geschmacklosen Ballack-Mail.
Lieber Herr RACEK, in unserem letzten Newsletter sind wir mit der Betreffzeile “Wer braucht schon Ballack?” deutlich über das Ziel hinaus geschossen. Einige unter Ihnen waren darüber ziemlich sauer.
Was wir ausdrücken – und in einem folgenden Newsletter auflösen – wollten: Nach der schlimmen Verletzung unseres Kapitäns kommt es jetzt umso mehr auf die Mannschaft und die Fans an. Wir bei OTTO glauben nämlich fest daran, dass Deutschland trotzdem Weltmeister werden kann. Leider nicht mit, aber auch für Michael Ballack.
Bleibt uns nur, Michael Ballack und alle Kundinnen und Kunden sehr herzlich und aufrichtig um Entschuldigung zu bitten. Und nehmen Sie uns beim Wort, dass wir in Zukunft alles tun werden, damit sich ein solches Foul nicht wiederholt.
Ihr OTTO-Online-Team
… leben Autos, lieben Lebensmittel, Filme, Kino und Eis.
Und: Wir können Claims mit "Wir" langsam nicht mehr hören.
… hiess es mal vor ein paar Jahren in meine Richtung. Und er hat uns gebrieft, es war glaube ich ein Pitch und wir haben ihn nicht gewonnen. Die Kampagne, die dann gewonnen hat, war okay – aber auch nicht wirklich der Brecher.
Egal, hier ist mal ein Beispiel, wie man es meiner bescheidenen Meinung nach richtig macht: Ob das nun eine wirkliche Search-Kampagne von Google ist, das ist eigentlich egal. Vielleicht ist es auch ein Fan-Video. Auf jeden Fall hat dieses Video für mich alles, was eine gute Search-Kampagne damals wie heute sein kann bzw. hätte sein können. via @fletcherVielleicht erkennt sich der ein oder andere ja wieder ^^



