Okt 212010
 

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Gestern waren es die anscheinend notorisch unbedarften Werbe-Polizisten – heute sind welche dran, die es eigentlich besser wissen müssten: Hewlett-Packard. Den heute flog mir wieder so ein zauberhafter Newsletter mit einer so fürchterlich falschen, generischen Winter-Headline in den digitalen Postkorb – da muss ich doch einfach drüber schreiben. Herrlich!

Liebe Agentur von HP, nach inzwischen über 65 Jahren Werbeindustrie in der BRD mit einer derart kackigen Headline wie “Heiße News für coole Tage” um die Ecke zu kommen, das ist an Armseligkeit kaum zu überbieten. 

Erstens: Wir haben 2010 und glaubt mir, ein Notebook und ein Drucker und das Spiele-Angebot von HP sind keine “heissen News”. Dazu zählen aktuell die Diskussion um Stuttgart 21, um die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken oder (heute aktuell) der Tod der großartigen Loki Schmidt, über die z. B. Nico Lumma einen sehr persönlichen Blogeintrag geschrieben hat.

Das sind am 21. Oktober 2010 “heiße News”, eure Produktnewsletter sind es NICHT – die sind Werbung. Und mit Verlaub: Schon mein erster Kreativ-Chef hätte mir 1989 diese Plattitüde links und rechts um die Ohren gehauen. Mit Recht.

Zweitens: Es sind momentan “kühle Tage”, nicht “coole Tage”. “Cool” ist seit über 20 Jahren ein vermeintlicher Teil der Jugendsprache und bedeutet NICHT “kühl”, sondern eher “lässig” und “entspannt”. Das eine mit dem anderen zu vertauschen, auch das steht bereits seit gefühlten 20 Jahren in Werbetexters Giftschrank. Geht nicht, bäh! Sein lassen!

Ich will aber nicht zu sehr auf HP rumhacken. Dies ist nur eines von immer mehr Beispielen dafür, wie in der Rezession vor allem an der Kommunikationsqualität gespart wird. Allerdings dachte ich bisher, dass ein Welt- und vor allem Markenunternehmen wie HP sich eigentlich zu schade sein sollte für so eine Schrott-Kommunikation. 

Das ist aber anscheinend nicht der Fall. Schade, ich habe eigentlich ein sehr hohe Meinung von HP. 

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Okt 202010
 

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Ein weiteres Beispiel in Ergänzung zu diesem fantastischen Fundstück ist dieses Meisterwerk. Ich weiß wirklich nicht, was die Kollegen dort reitet: Ist dieser Mumpitz eine Auftragsarbeit, wurde also von einer echten Werbeagentur verbrochen? Oder macht das Hauptwachtmeister Schuster abends am privaten PC mit Word? Oder gibt´s dafür am End´ eine eigene Abteilung bei der Polizei, die so etwas bastelt?

Jede der drei Möglichkeiten ist auf ihre Weise schlimm.

Das fängt an mit der Schrift: Comic Sans ist der absolute Feind, da gibt es keinerlei Diskussionen. Schon, wer diese Unschrift einsetzt, outet sich als unwürdig, das Wort “Schrift” überhaupt in den Mund zu nehmen.

Das Allerbeste, was jemals über Comic Sans geschrieben wurde, ist das hier:

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Dann der Text. “Junges Leben – rasend schnell vorbei! Warum? Drogen – Alkohol – Raserei – Unvernunft sind eine Tödliche Mischung – Mann o Mann, denk dran, denn Leben – Du willst es doch auch!”

Wo soll man hier anfangen? Die Ansprache scheitert bereits bei den ersten beiden Worten, “junges Leben”. Was oder wer soll das sein? Wer will sich schon so ansprechen lassen? “Junges Leben” ist der König von “Junger Mann, machen ´se mal Platz” – das geht gar nicht.

Die sowieso schon aufgestellten Nackenhaare fallen einem dann bei “Leben – du willst es doch auch!” gänzlich aus. Mehr aufgesetzten, arroganten Pathos kann man seinen Mitmenschen wohl kaum um die Ohren hauen.

Dazwischen tobt dann noch das Metaebenen-Massaker: Das WARUM? D.A.R.U.M-Wortspiel fliegt dem Autor schon nach dem “U” so dermaßen um die Ohren, dass er sich in das inhaltlich (immerhin ist hier eine Frau zu sehen) und orthografisch falsche “Mann o Mann” retten muss.

Wie wäre es denn mit “M” wie “Mutprobe” oder “Minderwertigkeitskomplex” oder “Mitmachzwang” gewesen? Nur mal so ein paar von vielen, vielen Möglichkeiten, diese Geschichte rund zu machen. Aber nein…

Man kann die Verantwortlichen bei der Polizei nur einmal mehr eindringlich bitten: LASSEN SIE SICH VON JEMANDEM BERATEN, DER SICH DAMIT AUSKENNT!

Die Themen, die hier in einem unerträglichen Dilettantismus ohne Rücksicht auf Verluste kommuniziert werden, sind viel zu wichtig. Viele von uns haben Kinder, von denen wir uns wünschen, dass sie solche Plakate ernst nehmen. Das ist aber bei dieser Fehl-Kommunikation absolut unmöglich.

Überlegen Sie sich bitte mal folgendes: Warum werde ich wohl nicht als Polizist auf die Straßen Deutschlands geschickt, um Diebe und Mörder zu stellen? Weil ich es nicht kann! Warum habe ich zum Beispiel keine Verantwortung für ein Atomkraftwerk? Weil ich von Atomkraftwerken nicht den blassesten Schimmer habe!

Sie können nicht werben – also lassen Sie es sein!

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Sep 082010
 

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Was sich die Verantwortlichen bei diesem furchtbaren Titel in übelstem Denglisch gedacht haben, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben.

Das taugt allenfalls als Name für eine Death Metal Band.

#unfass

 

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Aug 172010
 

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Hä? Wie bitte? Da sind mittelalterliche Elfenbeinarbeiten im Dialog? Mit wem? Und worüber? Marodieren seit neuestem kunstvoll geschnitzte Elfenbeinfigürchen durch München und pöbeln harmlose Passanten von der Seite an?

Im Ernst: Das ist ein wunderbares Beispiel für eine Broschüre von Leuten, die SO TIEF in ihrer eigenen Materie drinstecken, dass sie nicht mehr klar sehen – zum Beispiel, wie abstrus diese Überschrift sich für Aussenstehende liest.

Sicher macht das alles irgendwie Sinn, wenn man die ganze Broschüre gelesen hat. Nur so kommuniziert die Broschüre leider komplett von hinten nach vorne.

Hat schon was von “Angstfrei Batiken” oder “Kunstvoll Furzen im Wandel der Zeit”.

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Mai 202010
 

Ich war heute abend mit lieben Ex-Fast-Kollegen in München aus, deshalb erst jetzt diesen Nachschlag: Da waren wohl anscheinend neben dem Autor dieser und jener Zeilen EINIGE Leute mehr ziemlich angepisst vom OTTO Versand und seiner geschmacklosen Ballack-Mail.

 
Diese Mail erhielten die Kunden des Versandhauses heute abend:

Lieber Herr RACEK,
 
 

in unserem letzten Newsletter sind wir mit der Betreffzeile “Wer braucht schon Ballack?” deutlich über das Ziel hinaus geschossen. Einige unter Ihnen waren darüber ziemlich sauer.

Was wir ausdrücken – und in einem folgenden Newsletter auflösen – wollten: Nach der schlimmen Verletzung unseres Kapitäns kommt es jetzt umso mehr auf die Mannschaft und die Fans an. Wir bei OTTO glauben nämlich fest daran, dass Deutschland trotzdem Weltmeister werden kann. Leider nicht mit, aber auch für Michael Ballack.

Bleibt uns nur, Michael Ballack und alle Kundinnen und Kunden sehr herzlich und aufrichtig um Entschuldigung zu bitten. Und nehmen Sie uns beim Wort, dass wir in Zukunft alles tun werden, damit sich ein solches Foul nicht wiederholt.

 
Ihr OTTO-Online-Team
 
Entschuldigung angenommen.
Jan 222010
 

… hiess es mal vor ein paar Jahren in meine Richtung. Und er hat uns gebrieft, es war glaube ich ein Pitch und wir haben ihn nicht gewonnen. Die Kampagne, die dann gewonnen hat, war okay – aber auch nicht wirklich der Brecher.

Egal, hier ist mal ein Beispiel, wie man es meiner bescheidenen Meinung nach richtig macht:

Ob das nun eine wirkliche Search-Kampagne von Google ist, das ist eigentlich egal. Vielleicht ist es auch ein Fan-Video. Auf jeden Fall hat dieses Video für mich alles, was eine gute Search-Kampagne damals wie heute sein kann bzw. hätte sein können.

via @fletcher

Dez 232009
 

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Nach dem “Türsteher-Brief”, hier ein zweites “Don´t” aus Werbung und Marketing.

Liebe Werbetreibende, dieses Visual war leider schon (allerspätestens!) 1952 absolut ausgelutscht – und nun rechnen wir mal nach? Richtig, wir haben bald 2010 und müssen entsprechend mit brutalster Prügelstrafe rechnen, wenn wir dieses Bild noch nutzen.

Es ist nicht einmal der “Wilhelm Scream” der Werbung, es geht einfach GAR NICHT! Wirklich. Echt jetzt. Glaubt es doch endlich!

Gefunden habe ich dieses Bild übrigens auf der Firmen-Website eines meiner Xing-Kontakte - schäm dich, gerade DU solltest es wirklich besser wissen! 

^^