Hier bei plan.net solutions ist ein ganzer Schwung voll neuer Devices eingetroffen, unter anderem auch der Blackberry Z10, mit dem ich am Wochenende etwas herumspielen konnte.
Von der Hardware und dem neuen Betriebssystem Blackberry 10 bin ich recht angetan. Das Device selber ist leicht und wirkt hochwertig und stabil. Es hat einen angenehmen Formfaktor und sieht in Schwarz mit der geriffelten Rückseite mit dem Blackberry-Logo sehr schick aus – einzig das ziemlich bratzige Blackberry-Branding auf der Vorderseite (siehe oben) wirkt ziemlich aufdringlich.
Einen guten Eindruck macht wie schon erwähnt das neue, auf QNX basierende Betriebssystem. Auch wenn ich eigentlich kein UI mit dämlichen App-Logos mehr sehen kann: Der Blackberry Hub macht alles wieder wett. Einmal hoch und einmal nach rechts geswiped – schon hat man in diesem Notification Center alle aktuellen Aktionen und Interaktionen von Mail, SMS und Telefon ebenso wie von Facebook, Twitter, LinkedIn, Foursquare etc.
Negativ aufgefallen ist mir hier lediglich das Fehlen einer eleganten “Als gelesen markieren” Funktion bzw. Automatik. Einträge im Hub bleiben einfach widerborstig als neue Meldung stehen, bis man sie löscht oder als gelesen markiert.
Wirklich großartig ist die Software-Tastatur, mit dem Teil zu schreiben hat mit meinen Wurstfingern bestens geklappt und die Fehlerquote lag durchaus unter der mit Windows Phone 8. Ziemlich ätzend ist dabei die integrierte Autocomplete-Funktion, die ziemlichen Mumpitz korrigiert, die man aber sicher auch deaktivieren kann. Gewöhnungsbedürftig, aber ziemlich cool ist die “Swipe to Write”-Geschichte: BB10 macht Wortvorschläge, die man per Swipe nach oben oder per “Schlag” auf die Spacebar übernehmen kann.
Großartig auch: Die systemweite Suchfunktion. Sucht man etwa nach einer Person, bekommt man deren Eintrag bei den Kontakten, ihre Mails, Tweets, Musik – so wars bei Ingo Vogelmann
– SMS und alles weitere angezeigt. Vorbildlich.
Wo sind die low lights? Das ist für mich ganz klar die App-Auswahl. Blackberry wirbt ja damit, dass man die bislang größte Anzahl an Apps bei einem Launch vorhält. Das mag sein – da ist aber leider unglaublich viel Mumpitz dabei und zum Teil auch Apps, die nicht wirklich gut funktionieren (ein Beispiel wäre bei mir die n-tv-App, die unzumutbar lahm und ruckelig ist).
Und dann doch wieder: Menschen blicken auf öde App-Icons. Ich verstehe nicht ganz, warum man bei Blackberry über den großartigen Hub hinaus nicht weiter gedacht hat und sich von Widgets, Live-Tiles oder anderen neuartigen UI-Konzepten hat inspirieren lassen. Hier haben für mich Windows Phone und (mit Abstrichen) Android klar die Nase vorn.
Mein Fazit: Der Blackberry Z10 ist ein ansehnliches A-Klasse-Smartphone mit einigen Abzügen in den B-Noten. Was die Kanadier mit deutschem CEO da quasi “from scratch” aus dem Boden gestampft haben, kann sich wirklich sehen lassen – im direkten Vergleich reichen mir die oben aufgeführten Highlights aber (noch) nicht aus, um mit einem bereits extrem agilen Ecosystem wie WP8 oder Android mitzuhalten, geschweige denn mich zum Wechsel animieren zu können.
Aber: Blackberry ist mit einigen Innovationen am Start und auf einem guten Weg. Kudos dafür!








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