Okt 202010
 

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Ein weiteres Beispiel in Ergänzung zu diesem fantastischen Fundstück ist dieses Meisterwerk. Ich weiß wirklich nicht, was die Kollegen dort reitet: Ist dieser Mumpitz eine Auftragsarbeit, wurde also von einer echten Werbeagentur verbrochen? Oder macht das Hauptwachtmeister Schuster abends am privaten PC mit Word? Oder gibt´s dafür am End´ eine eigene Abteilung bei der Polizei, die so etwas bastelt?

Jede der drei Möglichkeiten ist auf ihre Weise schlimm.

Das fängt an mit der Schrift: Comic Sans ist der absolute Feind, da gibt es keinerlei Diskussionen. Schon, wer diese Unschrift einsetzt, outet sich als unwürdig, das Wort “Schrift” überhaupt in den Mund zu nehmen.

Das Allerbeste, was jemals über Comic Sans geschrieben wurde, ist das hier:

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Dann der Text. “Junges Leben – rasend schnell vorbei! Warum? Drogen – Alkohol – Raserei – Unvernunft sind eine Tödliche Mischung – Mann o Mann, denk dran, denn Leben – Du willst es doch auch!”

Wo soll man hier anfangen? Die Ansprache scheitert bereits bei den ersten beiden Worten, “junges Leben”. Was oder wer soll das sein? Wer will sich schon so ansprechen lassen? “Junges Leben” ist der König von “Junger Mann, machen ´se mal Platz” – das geht gar nicht.

Die sowieso schon aufgestellten Nackenhaare fallen einem dann bei “Leben – du willst es doch auch!” gänzlich aus. Mehr aufgesetzten, arroganten Pathos kann man seinen Mitmenschen wohl kaum um die Ohren hauen.

Dazwischen tobt dann noch das Metaebenen-Massaker: Das WARUM? D.A.R.U.M-Wortspiel fliegt dem Autor schon nach dem “U” so dermaßen um die Ohren, dass er sich in das inhaltlich (immerhin ist hier eine Frau zu sehen) und orthografisch falsche “Mann o Mann” retten muss.

Wie wäre es denn mit “M” wie “Mutprobe” oder “Minderwertigkeitskomplex” oder “Mitmachzwang” gewesen? Nur mal so ein paar von vielen, vielen Möglichkeiten, diese Geschichte rund zu machen. Aber nein…

Man kann die Verantwortlichen bei der Polizei nur einmal mehr eindringlich bitten: LASSEN SIE SICH VON JEMANDEM BERATEN, DER SICH DAMIT AUSKENNT!

Die Themen, die hier in einem unerträglichen Dilettantismus ohne Rücksicht auf Verluste kommuniziert werden, sind viel zu wichtig. Viele von uns haben Kinder, von denen wir uns wünschen, dass sie solche Plakate ernst nehmen. Das ist aber bei dieser Fehl-Kommunikation absolut unmöglich.

Überlegen Sie sich bitte mal folgendes: Warum werde ich wohl nicht als Polizist auf die Straßen Deutschlands geschickt, um Diebe und Mörder zu stellen? Weil ich es nicht kann! Warum habe ich zum Beispiel keine Verantwortung für ein Atomkraftwerk? Weil ich von Atomkraftwerken nicht den blassesten Schimmer habe!

Sie können nicht werben – also lassen Sie es sein!

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  One Response to “Neues aus der Polizei-Werbegiftküche”

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