Sep 202010
 


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Damit fing eigentlich alles an, mit diesem kleinen blauen Strich auf einer Landkarte von gerade mal 74 Metern. Das Rauchfrei werden, das Laufen, das Eisenstemmen, alles.

Irgendwann vor rund 2 Jahren wollte ich morgens zu unserem Bäcker in Emertsham, vorne auf der Trostberger Straße. Meine Tochter Zarah lag mir schon seit geraumer Zeit in den Ohren, endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Und wie jeder Nikotin-Junkie redete ich mir seit bald 30 Jahren ein, das ginge schon okay und so schlimm wäre es nicht mit der Raucherei.

Wie zum Beweis für mich selber kam ich an diesem Morgen auf die Idee, zu unserem Bäcker locker zu joggen. Ich kam von den insgesamt 270 Metern exakt 74 Meter weit. 

Der Rest ist Geschichte: Ich hörte im Juni 2009 mit dem Rauchen auf, kaufte mir am selben Tag ein Fahrrad und änderte alles, auch die Ernährungsweise. Schon rund 2 Wochen vorher hatte ich mit dem Eisenstemmen angefangen, nun wollte ich durch Laufen die Entgiftung des Körpers und Regeneration der Lungen unterstützen.

Was nun folgte, war eine wochenlange Folter, die sicher jeder Ex-Raucher kennt. Ich begann mit dieser vergleichsweise kleinen Strecke:


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Gerade mal 2,5 Kilometer, das ist NICHTS für einen gesunden Menschen. Ich allerdings habe – nach ziemlich genau 28 Jahren Raucherei mit rund 1 Päckchen Camel Filter am Tag – unzählige Male in die Hecken gekotzt, Pausen über Pausen gemacht, geschimpft und geflucht und bin – mit schmerzenden Waden und stechender Lunge – nach Hause spaziert. Es war deprimierend, aber Tag für Tag steigerte ich mich, bis ich nach ca. 3 Wochen die Strecke ohne Pause und einigermassen schmerzfrei laufen konnte.

Zeitgleich fuhr ich mit dem Fahrrad diese Strecke, was meiner Kondition ebenfalls sehr gut tat und vor allem Abwechslung im Trainingsplan – den ich nicht hatte :) – brachte.


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Diese ehemalige Fahrrad-Strecke ist heute meine “kleine Laufstrecke” – die ziehe ich in rund 45 Minuten runter, ohne mir groß Gedanken darüber zu machen. Meine erste wirklich große Runde lief ich dann im Oktober 2009:


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Ich bin einfach ohne vorherige Ansage irgendwann mal links statt rechts abgebogen und einfach weitergelaufen. Das waren dann am Ende 11 Kilometer – WOW! Da wurde mir klar, dass sich in wenigen Monaten einiges getan hatte. Im Frühjahr 2010 hatte ich dann aber erst einmal einen ziemlichen Hänger, war unmotiviert und weitestgehend raus aus dem Training.

Erst in diesem (vermeintlichen) Sommer kam ich wieder in die Gänge und arbeitete mich meine alten Strecken wieder hoch, bis ich dann vorletzten Sonntag diese Strecke lief: 


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Mit rund 1 Stunde und 50 Minuten ist das eine ganz anständige Runde und meine Beine waren danach auch gut bedient. Zwei kleine Pausen habe ich dabei auch gemacht, wobei die nicht länger als das Erledigen menschlicher Bedürfnisse waren, also etwa das Aussuchen neuer Musik auf dem Palm Pré ;)

Tja, so sieht das aus momentan mit meiner Lauferei. Nicht schlecht, oder?

Fragt man mich nach meinen nächsten Zielen, so sind die schon recht klar gesteckt:


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Emertsham – Altenmarkt – Obing – Schnaitsee – Waldhausen – Peterskirchen – Emertsham. Das sind 43,9 Kilometer, also knapp über dem Marathon.

Und die werde ich 2011 knacken, versprochen. :)

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  7 Responses to “Eine kurze Geschichte des Laufens”

  1. Respekt! Mehr kann man dazu nicht sagen…

  2. Außer, dass der IE9 doch noch so einige Macken hat ;)

  3. Danke! :) Dass der IE9 noch so einige Macken hat, stimmt. Aber er ist noch Beta und ich denke es ist jedem bewusst, was das heisst – müssig, da dann auf jede technische Macke einzugehen. Mir ging es eher um das übergeordnete Konzept.

  4. Respekt dafür. Das muss man erstmal durchhalten! Ich muss auch endlich mal wieder anfangen. Leider wird das wohl erst nach dem Umzug was, aber besser spät als nie! :)

  5. ja, pausen sind absolut okay und im falle der jahreszeit – winter und gedöns – leider sogar auch aufgezwungen. ich hatte im winter und frühjahr 2009/2010 wie gesagt einen argen “hänger” und musste erst wieder reinfinden. das kann ganz schön frustrierend sein, wenn man mal mühelos auf viertel-marathon-niveau war und dann schon nach 2 km ins keuchen kommt.dann aber zur alten form zurückzukehren geht zum glück recht schnell, da sich der körper an die alte form “erinnert”.

  6. Also deine Leistung ist schon unglaublich und vorallem dein Durchhaltevermögen/Ehrgeiz. Ich habe ja vor einem halben Jahr auch wieder mit dem laufen angefangen (Bin zwar nicht Nicht-Raucher ;) ) aber ich habe auch noch viel Spiel nach Oben. mein nächstes Ziel ist erstmal einen Halbmarathon zu laufen. Mal sehn ob ich das 2011 schaffe :)

  7. @hans-helge klar wäre das super, wenn du rauchfrei würdest, aber auch als raucher kannst du mit mehr bewegung und sogar laufen eine menge für dich tun. auch vor dem fitnessstudio steht meistens ein aschenbecher, so ist das ja nicht. :)

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