Da sitze ich nun in meinem Hotel in Helsinki und fotografiere mich mal wieder selber. Aber was will ich damit sagen?
Diese Trips bestätigen, was ich schon seit Jahrzehnten weiss: Ich bin überzeugter Europäer.
Helsinki im Sommer. Im musste vorhin so oft an Hennes Bender denken, der über (glaube ich) Bochum sagt: “Die Innenstadt ist ´ne arme Wurst”.
Ganz ehrlich, Helsinki im Sommer? Die Menschen sind der Hammer, aber die Stadt ist echt ´ne arme Wurst. Jedenfalls teilweise.
Ich musste diese Bild bringen. Es ist so ein Cliché.
Finnland im Sommer, das ist eine strenge und spröde und dabei so lebenslustige Stadt – eben nur ohne den ganzen Schnee und mit etwas mehr Sonne. Viele sind auf der Straße. Tragen Shorts (fürchterlich!) und enge Shirts (kann man drüber reden
).
Finnland im Sommer. Ein in einem fast endlosen Winter hart erkämpftes Privileg. Auf mich, der im Chiemgau wohnt, wirkt das im ersten Moment belustigend. Im zweiten Moment kann ich das SO verstehen.
Finnland im Sommer, das ist aber auch Mittsommer (was wir in Deutschland meiner Meinung nach viel eher feiern sollten als diesen Halloween-Mumpitz) und Spass und gute Laune und Fussball im Park und Hemden auf der Leine.
Kunst ist das, glaube ich. Die Finnen…
Mitten in Helsinki. Ich: In meinen Mc Donald´s Big Cheese Bacon beissend (kein Spass!), finde das hier. Deutsche Schule. Eine Spur Heimat. Ein Zeichen, das zeigt: Ihr seid auch hier. Und ihr seid willkommen. Ich habe – ganz ohne Scheiss – einen Klos im Hals. Einfach toll.
Wo ist eigentlich die “Finnische Schule” in Berlin?
Finnland, das ist eine gänzlich andere Sprache.
Ich meine, im ernst: “Kaikki Päättyy” – was heisst das denn bitte?! Du bist in deiner Nachbarschaft, auf deinem Kontinent und trotzdem sprachlich in einer völlig anderen Welt.
Ist das euer Ernst? Ja, das ist es!
Und dann: Diese Freundlichkeit, diese Nähe. Ich spreche irgendjemanden auf Englisch oder teilweise sogar auf Deutsch an – und werde herzlich und mit einem Lächeln begrüßt.
Tolle Menschen. Unsere Nachbarn und Freunde. “Wahre Finnen” vielleicht, keine Ahnung Und trotz oder vielleicht gerade wegen dieser Spalter-Partei so nett und freundlich.
Oder das hier: Ich in Stockholm, vor ein paar Wochen beim Kaffee kaufen. Habe mich 20 Minuten mit einer schlecht Englisch sprechenden Buchverkäuferin unterhalten – mit Händen, Füssen und dem Wissen, dass es einfach so sein muss.
Dass wir Europäer einfach so sind: So unterschiedlich und doch so zusammengehörig.
Mal zwischendurch was Abstruses: In meinem Hotel in Helsinki gibt´s auch Business Class für Royals.
Herrlich unkompliziert, der Finne.
Und gastfreundlich. Tolle Betten, tolle Zimmer, toller Service zu tollen Preisen. Nahezu USA-Qualität – und das ist wirklich als Lob gemeint.
In diesem Zusammenhang empfinde ich eine große Nähe zu Gerald Hensel von Blast Radius und seinen Erfahrungen in Amsterdam. Was er so regelmäßig aus der holländischen Metropole berichtet, erinnert mich stark an meine Erlebnisse hier im Norden.
Europa ist mehr als nur “der Euro”. Es ist mehr als nur ein “Milliardengrab” und der ganze Schrunz, denn uns die Presse momentan verkaufen will.
Europa ist eine tolle Idee und gleichzeitig eine Realität. Es ist der Beweis, dass Menschen mit der größtmöglichen Unterschiedlichkeit eine echte Einheit sein können.
Und das macht Mut. Sogar, wenn man mal den ganzen Pathos rausnimmt.
So wie Eddie Izzard:










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